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Im Notfall

Im Bündner Oberland war Notfallmedizin lange vor Blaulicht und Helikoptern eine Frage von Wegen, Wetter und Nachbarschaft. In der Surselva bestimmten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein Kutschen, Schlitten und Fussmärsche, wie schnell ein Mensch überhaupt medizinische Hilfe erhielt.

Von der Kutsche zum Helikopter

In den Dörfern der Surselva und in den anderen Talschaften Graubündens waren Landärzte und Hebammen lange Zeit die ersten Ansprechpersonen bei Notfällen. Musste jemand rasch aus einer Notsituation gebracht werden – etwa nach einem Unfall beim Holzen oder auf der Alp –, übernahmen Familienmitglieder, Nachbar:innen und später Samaritervereine die Rolle der «Rettungsdienste»...

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Bessere Mobilität – schnellere Notfalltransporte

Bis 1925 waren Privatfahrzeuge in Graubünden verboten. Noch 1922 hatten die stimmberechtigten Männer eine Sondergenehmigung für die Nutzung des Automobils für Ärzte, Tierärzte und «Krankenanstalten» abgelehnt. Darum brachten Kutschen, und im Winter Schlitten, die Menschen zur Erstversorgung. Dunkelheit, verschneite Strassen und Lawinengefahr erschwerten Krankentransporte und Rettungen zusätzlich. Mit dem Spital Ilanz entstand 18xx ein regionales Zentrum in der Surselva, zu dem Patient:innen gebracht wurden, wenn die lokale Versorgung nicht ausreichte.

Regionale und kantonale Rettungskonzepte

Mit dem Ausbau des Strassennetzes verkürzten sich die Wege in einem Notfall: Ärzte und Hebammen erreichten ihre Patient:innen zunehmend mit ihren privaten Motorrädern und Autos, erste Sanitätsfahrzeuge ergänzten die Versorgung. Lange kümmerten sich die Hausärzte um den Notfalldienst; mitunter fuhren sie die Krankenwagen selbst. Auch das Kantonsspital in Chur wurde mit der zunehmenden Mobilität für besondere Notsituationen erreichbar. Seit dem Neubau 1941 verfügte dieses über moderne Operationssäle und 1960 wurde hier eine der ersten Intensivpflegestationen der Schweiz eröffnet.

Mit der Rega und anderen Anbietern wurde die Rettung aus der Luft möglich. Die erste Bündner Basis der Rega stand ab 1976 in Bad Ragaz. Aus der Luft war eine schnellere Rettung auf unwegsamem Gelände, in den Bergen und auf den Alpen möglich.

In 15 Minuten im Spital

In den 1970er-Jahren entwickelte der Kanton zusammen mit der Rega ein Rettungskonzept. Und 1980 teilte das neue Krankenpflegegesetz den Kanton Graubünden in elf Spitalregionen ein. Das Rettungswesen, die klinische Notfallhilfe und die Katastrophenmedizin wurden seither stark professionalisiert, und Berufsverbände, wie 1989 der «Verband der Schweizer Rettungssanitäter» (VRS) und 1990 die «Vereinigung der Schweizer Notärzte», wurden gegründet.

Heute soll medizinische Nothilfe im ganzen Kanton Graubünden innerhalb von 15 Minuten nach Alarmeingang gewährleistet sein. Neben dem Regionalspital Ilanz gibt es deshalb einen weiteren Stützpunkt in der Cadi. Im hinteren Safiental lässt sich die Vorgabe nicht in jedem Fall eingehalten, weshalb dort häufiger Helikopter eingesetzt werden.

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